Die Abseitsfalle: Riskantes Spiel oder genialer Trick?

Eine Abseitsfalle wird im Fußball seit Jahrzehnten gespielt. Seit der flächendeckenden Abschaffung des Liberos, welcher heute in kaum einem Spielsystem mehr vorhanden ist und der damit verbundenen Umstellung auf eine Kette ein der Verteidigung, erfreut sich die Abseitsfalle naturgemäß einer noch größeren Beliebtheit. Das Provozieren einer Abseitsstellung wird von ebenso vielen Kennern als zu riskant kritisiert wie es auch Befürworter hat. In diesem Artikel wollen wir das Phänomen, welches die Abseitsfahne besonders häufig in die Höhe schnellen lassen soll genauer thematisieren und vorstellen.


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Was ist eine Abseitsfalle?

Bei einer Abseitsfalle handelt es sich um einen Trick der Abwehrkette, die versucht, die gegnerischen Stürmer ins Abseits zu stellen. Hierbei schiebt die Abwehr in bestimmten Spielsituationen vor und vergrößert somit den Raum, welcher für eine Abseitsentscheidung relevant ist. Einige Teams handeln beispielsweise bei gegnerischen Freistößen aus dem Halbfeld so. Auf ein vereinbartes Kommando schiebt die Abwehr hinter der Mauer vor und stellt somit die wartenden Stürmer ins Abseits. Ebenso verhalten sich einige Abwehrreihen bei langen Bällen oder Steckpässen der gegnerischen Mannschaft. Hier handelt es sich um ein riskantes Spiel, da ein klares Kommando schwieriger möglich ist und die Abläufe in einer Mannschaft sehr automatisiert sein müssen, um die Abseitsfalle im laufenden Spiel erfolgreich zu gestalten. Wird jedoch in einer solchen Situation Abseits gepfiffen, so können gegnerische Angriffe damit im Keim erstickt werden. Auch eine Fehlentscheidung kann jedoch in solchen Momenten zu großen Problemen führen, da in diesem Fall die Abseitsfalle ihre Wirkung verfehlt, selbst wenn die Angreifer tatsächlich in der Abseitsposition standen.

Die Vorteile der Abseitsfalle in der Bundesliga

Der vielleicht größte Vorteil der Abseitsfalle und somit auch der Abseitsfalle in der Bundesliga, welche bei den deutschen Zuschauerinnen und Zuschauern weiterhin das größte Interesse weckt, ist die Erstickung des gegnerischen Angriffs in seiner Entstehung bzw. in seinem Keim. Bereits beim lang geschlagenen Ball aus der gegnerischen Abwehrreihe kann bei geschickt gespielter Abseitsfalle der Abseitspfiff vom Schiedsrichter ertönen, sodass kein Angriffsspiel aufgezogen werden kann und die eigene Mannschaft die Möglichkeit erhält, durch den erhaltenen Freistoß das Spiel neu aufzubauen. Weiterhin können mit der Falle besonders gefährliche Situationen beendet werden, wenn sie bei einem Steckball auf einen startenden Stürmer erfolgreich umgesetzt wird. Hier verhindert die Abseitsfahne vom Linienrichter Gegentore oder zumindest eine große Gelegenheit für die gegnerischen Angreifer.

Welche Nachteile bietet diese riskante Art zu spielen?

Um eine Falle überhaupt in Erwägung ziehen zu können, ist es notwendig, dass die eigenen Verteidiger besonders hoch stehen. Ein solch hohes Stehen der verteidigenden Spieler birgt immer auch das Risiko, dass bei einem Durchbruch und Nichtgelingen der Falle, die gegnerischen Stürmer frei auf das eigene Tor zulaufen können.
Vor der Einsetzung des VAR kam es außerdem immer wieder zu Fehlentscheidungen, besonders wenn es um knappe Abseitsstellungen ging. Solche Fehlentscheidungen durch den Linienrichter und Schiedsrichter können dafür sorgen, dass trotz gelungenem Spiel mit der Falle, ein Gegentor fällt und jenes auch zählt. Selbst nach der Einführung des VAR ist die berühmte kalibrierte Linie nicht immer so genau, dass man Fehler in der Einschätzung durch das Gespann ausschließen könnte. Es handelt sich bei der Falle also weiterhin um ein riskantes Spiel, welches gut durchdacht und auf das eigene Team zugeschnitten sein muss damit ein Vorteil erzielt werden kann.

Probleme, die der Vergangenheit angehören?

Das Erkennen durch den Linienrichter war in der Vergangenheit nach dem Gelingen der Falle die wichtigste Voraussetzung, die erfüllt sein musste, damit auch wirklich eine Abseitsentscheidung getroffen wird. Wenn nun eine Fehlentscheidung zu einem Gegentor geführt hat, kann dies zu einem Umdenken führen und die Falle in Zukunft nicht mehr eingesetzt werden, obwohl sie im Grunde gut funktioniert hat. Durch den VAR wurde hier schon zu einem großen Teil Abhilfe geschaffen und die falschen Entscheidungen konnten drastisch reduziert werden. Komplett ohne jene Fehler kommen die Referees jedoch auch nun nicht aus, die Gründe hierfür wurden bereits im vorherigen Abschnitt erläutert. Inwieweit in den kommenden Jahren eine weitere Verbesserung des Videobeweises erfolgen wird und ob die Falle, die den Gegner in die Abseitsposition locken soll dadurch noch attraktiver wird, bleibt abzuwarten. Grundsätzlich werden Teams, die jenen Ansatz verfolgen, den Kölner Keller zumindest bei Entscheidungen, die die Abseitsposition betreffen, eher begrüßen denn kritisieren.

Diese Bundesliga Teams nutzen besonders häufig die Abseitsfalle? Eine Ursachenforschung

Wie bereits benannt ist eine der wichtigsten Anforderungen für die Falle, dass die Verteidiger besonders hoch stehen und somit kompakt mit den anderen Manschaftsteilen sind. Nur so können von der gegnerischen Mannschaft weite Bälle hinter die letzte Kette zielgenau geschlagen werden, sodass eine Falle für das verteidigende Team Sinn macht. Außerdem sind schnelle Verteidiger deutlich eher dafür geeignet, in einem System mit der Falle zu spielen als es verhältnismäßig langsame Spieler sind. Dies liegt darin begründet, dass diese Spieler auch bei einem Nichtgelingen der Falle das notwendige Tempo aufbringen können um den gegnerischen Stürmer noch attackieren zu können und ihn somit am alleinigen Lauf auf den Torhüter hindern. Die Anforderung der hoch stehenden Verteidigung ist es jedoch, die besonders deutlich macht, dass die Falle meist von Bundesliga Teams genutzt wird, die in einer Vielzahl der zu absolvierenden Matches das Spielgeschehen bestimmen und mit viel Ballbesitz in der gegnerischen Spielhälfte agieren. Hierzu gehören die Spitzenteams Bayern München, Borussia Dortmund, RB Leipzig und Bayer 04 Leverkusen. Betrachtet man die Abschlusstabelle der gerade beendeten Saison in der Fußball Bundesliga, so wird deutlich, dass die vier genannten Teams sich allesamt auf einem der ersten fünf Plätze im Klassement tummeln. Lediglich die Werkself aus Leverkusen schaffte den Sprung in die Champions League nicht, sondern muss sich mit der Europa League zufrieden geben. Dennoch spielte auch die Truppe um Trainer Peter Boss und Jungstar Kai Havertz eine überzeugende Saison. Die Falle, den Gegner ins Abseits zu locken scheint auf den ersten Blick eine erfolgsringende Variante zu sein.

Die Sinnhaftigkeit dieser Taktik am Beispiel der Münchener Abwehrreihe

Der Rekordmeister steht in der Regel in allen Spielen der Bundesliga recht hoch und dominiert das Spielgeschehen. Dies bringt den Gegner dazu, viel mit langen Bällen zu agieren und darauf zu hoffen, dass die eingesetzten meist schnellen Offensivspieler für Entlastung sorgen können oder gar den überraschenden Treffer landen. Das hohe Stehen der bayrischen Viererkette allein wäre für den Trainer Hansi Flick aber sicher noch nicht Grund genug um auf die Falle zu setzen. Um dies zinnhaltig tun zu können, muss der Coach die Gewissheit haben, dass seine Verteidiger auch bei einem Überlaufen durch einen Steckball und die misslungene Falle noch in der Lage sind, die gegnerischen Angreifer einzuholen und zu stellen. Dafür verfügen die Bayern über immens schnelle Abwehrspieler. Besonders auf den Außenpositionen der Kette bestechen die Mannen der Roten durch eine hohe Geschwindigkeit. Schnelle Außenverteidiger wie David Alaba oder der Kanadier Alphonso Davies, der vielleicht die Entdeckung der vergangenen Saison war, verhindern so manche Gegentore auch bei einer nicht gelungenen Falle durch ihre Geschwindigkeit. Hat der Schiedsrichter vorher Abseits gepfiffen, so wird das Einschreiten zwar nicht nötig, jedoch kann sich keine Abwehrkette der Welt auf das Funktionieren der Falle verlassen. Schnelle Verteidiger sollten also auch auf den Innenverteidigerpositionen vorhanden sein. Hier zeigte bei den Bayern Jerome Boateng entgegen der Meinung vieler Kritiker, dass er durchaus weiterhin zu absoluten Topleistungen in der Lage ist und auch immer noch über ein hohes Tempo verfügt. Der Rückkehrer Niklas Süle, welcher weitaus schneller ist, als man aufgrund seiner Statur vermuten würde, wird die Geschwindigkeit in der Münchener Abwehrreihe noch einmal erhöhen können.